Johannes Kretschmer

Das Hörspiel als musikdramatische Gattung bietet mit seiner imaginären, d. h. nur in der Vorstellung des individuellen Hörers existierenden Bühne nahezu grenzenlose Gestaltungsmöglichkeiten. Die traditionelle Hörspielmusik-Komposition orientiert sich dabei an der filmmusikalischen Praxis der Erzeugung von Atmosphären, Illustration von Charakteren und der Untermalung und Kommentierung von Szenen bis hin zu leitmotivischer Durchkomposition. Daneben wird seit den 60er Jahren zunehmend eine experimentelle Richtung gepflegt, welche die Musik weniger funktional anwendet, sondern den Klang als selbstständigen Akteur begreift und das das Wort zum musikalischen Material werden lässt. Techniken der Klangsynthese und -manipulation (Filter, Equalizer, Vocoder etc.) sowie Spatialisierung (Verräumlichung) werden als kompositorische Gestaltungsmittel einbezogen.
Im Kurs können wahlweise beide Richtungen oder schwerpunktmäßig eine davon behandelt werden. An ausgewählten Beispielen der Hörspielliteratur werden kompositorische Techniken untersucht und an geeigneten Stoffen werden Hörspiel-Miniaturen entsprechend den individuellen Interessen der Teilnehmenden erarbeitet.

Keine Einschreibung über Moodle.

Keine Klausurmöglichkeit